In Norditalien wurde kürzlich per Zufall eine sensationelle Entdeckung gemacht. Der Bauer Paulo Stanzani aus einem kleinen Dorf bei Cento (FE), der in seiner Freizeit nach Trüffeln sucht und einen entsprechend ausgebildeten Spürhund hat, baute seinen Meerschweinchen ein schattiges Freigehege. Ihm fiel auf, daß sie unter einem bestimmten Baum besonders gerne Mittagsschlaf hielten, ausgiebig schnupperten und manchmal sogar auf dem Boden scharrten.
"Ich habe mich zuerst nur gewundert über dieses seltsame Verhalten. Solche Sachen machen sie zwar auch sonst ganz gerne, nur an dieser einen Stelle war es nicht mehr normal." Bauer Stanzani staunte nicht schlecht als er das Gehege an eine andere Stelle verlegte, schlug doch genau an der Stelle, an der sich seine Meerschweinchen so auffällig verhalten hatten, sein Spürhund an!
"Diese Art Baum ist eigentlich untypisch für Trüffel, deshalb hätte ich meinen Hund dort nie suchen lassen." Es zeigte sich jedoch, das genau an dieser Stelle ein besonders großer und laut Bauer Stanzani "sehr wohlschmeckender" weißer Trüffel verborgen war. Danach beobachtete er seine Meerschweinchen an verschiedenen Orten und stellte zu seiner Verblüffung fest, das sie eine weit höhere Trefferquote als sein bestens ausgebildeter Trüffelhund haben.
"Ich dachte, wenn sie so wild danach sind, wollen sie die auch fressen. Alle kommen auch direkt angerannt, schnuppern, wenden sich dann aber pikiert ab, als ob es eine Zitrone wäre!"
Der Tierpsychologe Professor Nuccio Bertone von der Universität Bologna kann dieses Verhalten nicht erklären. "Hier spielen viele Faktoren eine Rolle und der Geruchssinn ist einer davon." Ob es sich nur um eine Laune der Natur handelt oder ob mehr dahinter steckt, darauf will sich Professor Bertone nicht festlegen. "Vielleicht haben wir hier auch einen lokalen evolutionstechnischen Effekt".
Ein Nachbar hat ihm bereits eine hohe Summe für seine außergewöhnlich begabten Meerschweinchen geboten, doch Bauer Stanzani lehnt ab. "Die sollen nur ihren Spaß haben und nicht als Arbeitstiere missbraucht werden."
Autor: Stefan Hennig
|
|
Update: 03.09.2004 |
|